Steinhude
Zurzeit werden – mit der Unterstützung des NLWKN (Hildesheim) – Tiefenmessungen am Steinhuder Meer durchgeführt. Maßgeblicher Initiator ist dabei der „Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres“. Nach 2019 möchte man sich darüber informieren, wo die gewaltigen Schlammmengen im Steinhuder Meer verteilt sind. Im Rahmen der Vorstellung des Seeentwicklungsplans im Frühjahr 2026 wurde festgestellt, dass die bisher angenommenen rd. 30.000 m³ Schlammneubildung erheblich zu gering angesetzt wurden. Es können immerhin bis zu 54.000 m³ jährlich neu gebildet werden.
Als Lösung des Problems wurde unisono erklärt, dass man nunmehr dringender als bisher Maßnahmen ergreifen müsse.
Und so könnten diese aussehen:
Dem Seeentwicklungsplan ist zu entnehmen, dass der Wasserstand von bisher 38,05 üNN auf 38,12 üNN angehoben werden soll. Allerdings stellt sich dann die Frage, woher das benötigte Wasser kommen soll. Hier greift man eine Idee aus 2025 auf, nämlich den damals angedachten Stichkanal vom Mittellandkanal bis in den Hagenburger Kanal, der zusätzliches Wasser in das Steinhuder Meer leiten kann.
Auch der Seeentwicklungsplan schlägt als Möglichkeit vor, dass die Schlammentnahme zentriert erfolgen kann und nicht wie bisher in verschiedenen Bereichen des Meeres. Man geht dabei davon aus, dass sich durch natürliche Umlagerungen die Schlammmengen dort ablagern werden, wo das Meer seine tiefsten Stellen hat, nämlich in den Deipen. Diese sind allerdings ihrerseits selbst verschlammt und können nicht wie früher die anfallenden Schlammmassen in das Westenmeer transportieren.
Hier findet der neue Ansatz statt.
Der Hannoversche Yacht-Club e.V. (HYC) steht vor dem Problem, dass das Eis des vergangenen Winters seine Steganlage erheblich beschädigt hat. Die Kosten für die erforderlichen Ersatzvornahmen sind hoch. Der Vorsitzende des HYC, Tom Greten, hat deshalb seit geraumer Zeit vorgeschlagen, dass man die Holzbauweise durch einen Schwimmsteg ersetzen könne. Dadurch würden auch deutlich weniger Belastungen für die Umwelt bei dem Auf- und Wiederabbau der Steganlagen im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres entstehen. Er bietet der Region Hannover, die als Verwalterin des Meeres fungiert, an, die neu zu beschaffenen Schwimmelemente des Steges so zu gestalten, dass diese ganzjährig im Wasser verbleiben und, da sie „beweglich“ sind, als Plattform für das schwere Gerät dienen können, die es brauchen würde, um den/einen zentralen Bagger zur Schlammentnahme aufzunehmen. Die Schlammentnahme würde von Anfang November eines Jahres bis Mitte März stattfinden. Danach würden die Elemente wieder dem HYC übergeben, wo sie bis November als Steganlage genutzt werden. Die Kosten für die Beschaffung würden gleichmäßig verteilt, die des Transports auf dem Meer würde die Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer (WVStM) übernehmen. Dieser Vorgang kann nahezu beliebig oft fortgesetzt werden.
Die Region bereitet in der Zwischenzeit den alten Polder in Großenheidorn wieder auf und den neuen Polder am Nordufer so weit vor, dass die zu entnehmenden Schlammmengen problemlos gelagert werden können.
Behördlicherseits steht man dem Vorschlag wohlwollend gegenüber. Man spart erhebliche Kosten, auch auf Seiten des niederländischen Unternehmens, das die Baggerarbeiten bereits seit Jahren durchführt, ein und auch dem Land Niedersachsen entstehen weniger Aufwendungen. Der HYC bekommt eine neue Steganlage, die auch für Inklusionssegeln genutzt werden kann.
Eine „win-win-Situation“ sind sich der stellvertretende Regionspräsident, das NLWKN, der Steinhuder Meer Tourismus und Tom Greten einig. Selbst die ÖSSM könnte Zustimmung signalisieren, so der neue Vorsitzende, denn dadurch wäre die Belastung für die durchziehenden Vögel erheblich geringer. Diese würden in den Ufernahen Bereichen rasten und nicht in der Mitte des Meeres.
Es bleibt nunmehr abzuwarten, wie die Politik auf die Vorschläge reagieren wird.